Jana E. Hentzschel
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Frau Windelicht

… und der Waschbär

Frau Windelicht ist sehr empört,
weil sie ein frecher Waschbär stört.
Der kommt stets abends durch die Gasse,
durchwühlt des nachts dann die Terrasse,
geht später noch ums Haus herum
und kippt die ganzen Tonnen um.

Frau Windelicht jedoch ist schlau
und überlegt nun sehr genau.
Am Abend legt sie Früchte hin –
mit einem festen Plan im Sinn.
Sie steckte Schlaftabletten rein.
Der Waschbär frisst und schläft bald ein.

Sie stellt, bevor der Morgen graut,
das Tier (in einem Korb verstaut)
bei dem bekannten Heim für Tiere
mit einem Zettel vor die Türe:
„Nehmt ihr den mal. Ich brauch ihn nicht.
Es grüßt Frau Margot Windelicht.“

*

… und das verschwundene Portmonee

Frau Windelicht wacht morgens auf
und macht gewöhnlich einen Lauf.
Und auf dem Heimweg geht’s vorbei
an ihrer Lieblingsbäckerei.

Doch heute sucht sie, kramt und schaut –
mit dem Gedanken, der ihr graut,
dreht in der Wohnung ihre Runden –
das Portmonee, es bleibt verschwunden.

Wo hat sie’s nur? Die Laune fällt.
Die Visakarte, all ihr Geld,
die Krankenkarte, Impfausweis,
der Führerschein – das ist ein Scheiß!

Sie sucht im Auto unterm Sitz,
ertastet jeden Spalt und Schlitz.
Es findet sich so mancherlei,
ihr Portmonee ist nicht dabei.

Ein Käffchen bringt stets Ruhe ihr.
Sie öffnet nun die Kühlschranktür,
ergreift die Sahne und sie quiekt –
die Börse auf der Butter liegt.

***